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Was bedeuten 3,5 % für Verteidigung – in Euro?

Gemessen an der Wirtschaftsleistung 2025 sind 3,5 % rund 158 Milliarden Euro im Jahr, gut 3.800 Euro pro Haushalt.

Diesen Anteil ihrer Wirtschaftsleistung wollen die NATO-Staaten spätestens ab 2035 jedes Jahr für ihre Armeen ausgeben. Deutschland will die Marke schon 2029 erreichen.

Was in Den Haag beschlossen wurde

Auf dem Gipfel in Den Haag einigten sich die NATO-Staaten im Juni 2025 auf ein Gesamtziel von 5 % der Wirtschaftsleistung bis 2035. Es besteht aus zwei Teilen:

  • Mindestens 3,5 % für die Verteidigung im engeren Sinn, nach der NATO-Definition, die zum Beispiel auch Pensionen einrechnet.
  • Bis zu 1,5 % für Ausgaben, die der Verteidigung indirekt dienen: Schutz kritischer Infrastruktur, Abwehr von Angriffen auf Netze, Zivilschutz, Innovation, Rüstungsindustrie.

Jeder Staat legt jährlich einen Plan vor, der einen glaubwürdigen Weg zum Ziel zeigt. 2029 wird überprüft, ob Tempo und Aufteilung stimmen. Rechtlich bindend ist das alles nicht, politisch wiegt es schwer. Auf dem Gipfel in Ankara im Juli 2026 haben die Mitglieder die Zusage bestätigt, ohne sie zu ändern.

Was das in Euro heißt

Ein Prozent der deutschen Wirtschaftsleistung waren 2025 rund 45 Milliarden Euro. Damit lässt sich jede Quote übersetzen:

  • Heute: Die NATO schätzt Deutschlands Verteidigungsausgaben 2026 auf 124,7 Milliarden Euro, 2,69 % der Wirtschaftsleistung. Das sind rund 1.500 Euro pro Einwohner und gut 3.000 Euro pro Haushalt.
  • 3,5 %: rund 158 Milliarden Euro, knapp 1.900 Euro pro Einwohner, gut 3.800 Euro pro Haushalt.
  • 5 %: rund 226 Milliarden Euro, etwa 5.500 Euro pro Haushalt.

Der Abstand von 0,81 Prozentpunkten zwischen heute und 3,5 % entspricht, gerechnet auf die Wirtschaftsleistung 2025, rund 37 Milliarden Euro im Jahr, knapp 900 Euro pro Haushalt. Wächst die Wirtschaft, wachsen die Beträge mit.

Deutschlands Weg bis 2029

Den Weg zeigt der Finanzplan des Bundes vom August 2026. Der Etat des Verteidigungsministeriums steigt von 82,7 Milliarden Euro 2026 auf 109,7 Milliarden im Entwurf für 2027, 153,9 Milliarden 2028 und 162,9 Milliarden 2029. Für 2030 sind 183,7 Milliarden eingeplant. 2026 und 2027 kommen noch 25,5 und 29,9 Milliarden aus dem Sondervermögen Bundeswehr hinzu. „Die NATO-Quote wird bis 2029 ansteigen und dann die Zielquote von 3,5 % des BIP erreichen“, heißt es im Finanzplan.

Den zweiten Teil, die 1,5 %, sieht die Bundesregierung schon 2026 als erfüllt an; sie rechnet dafür sicherheitsbezogene Ausgaben aller Ministerien zusammen.

Bezahlt wird der Anstieg zu einem großen Teil mit Krediten. Seit März 2025 sind Verteidigungsausgaben oberhalb von 1 % der Wirtschaftsleistung von der Schuldenbremse ausgenommen. Die Gesamtsummen pro Jahr, mit Sondervermögen und Ukraine-Hilfe, stehen in Wie viel gibt Deutschland für Verteidigung aus?

Wer schon darüber liegt

Nach NATO-Schätzung für 2026 erreichen fünf Mitglieder die 3,5 %: Litauen (5,33 %), Estland (5,10 %), Lettland (4,92 %), Polen (4,68 %) und Griechenland (3,65 %). Dänemark liegt mit 3,49 % knapp darunter. Die USA kommen auf 3,17 %, die europäischen Verbündeten und Kanada zusammen auf 2,53 %. Die vier Spitzenreiter grenzen an Russland oder Belarus.

Was 158 Milliarden kaufen

Was ein Euro für Verteidigung bringt, hängt davon ab, wie er ausgegeben wird. 2025 kauften die EU-Staaten nach eigenen Angaben nur 11 % ihrer Ausrüstung gemeinsam mit anderen europäischen Staaten (gemeldet haben 19 der 27), obwohl sie sich 2007 einen Richtwert von 35 % gesetzt hatten. Jedes Land, das allein bestellt, zahlt mehr pro Stück und bekommt Systeme, die mit denen der Nachbarn schlechter zusammenpassen.

Die Zustimmung ist hoch, aber sie sinkt. Im Frühjahr 2026 sagten 62 % der Deutschen, in der EU solle mehr Geld für Verteidigung ausgegeben werden, acht Prozentpunkte weniger als im Herbst davor. Umso mehr zählt, dass das Geld möglichst viel Sicherheit kauft. Wie weit Europa beim gemeinsamen Einkauf ist, steht in Kauft Europa seine Waffen gemeinsam?

Alle Fragen →

Häufige Fragen

Ist das 3,5-%-Ziel rechtlich verbindlich?

Nein. Es ist eine politische Zusage der Staats- und Regierungschefs vom NATO-Gipfel in Den Haag im Juni 2025, kein Vertrag. Jeder Staat legt jährlich einen Plan vor, wie er das Ziel bis 2035 erreichen will. 2029 wird überprüft, ob Tempo und Aufteilung stimmen.

Was zählt zu den 1,5 %?

Ausgaben, die der Verteidigung indirekt dienen: Schutz kritischer Infrastruktur, Abwehr von Angriffen auf Netze, Zivilschutz und Vorsorge, Innovation und die Rüstungsindustrie. Nach dem Finanzplan des Bundes erfüllt Deutschland diesen Teil schon 2026, gerechnet über alle Ministerien.

Wann erreicht Deutschland 3,5 %?

Die Bundesregierung plant das für 2029, sechs Jahre vor der Frist. Der Etat des Verteidigungsministeriums soll dafür von 82,7 Milliarden Euro 2026 auf 162,9 Milliarden 2029 steigen. Die NATO schätzt Deutschlands Quote für 2026 auf 2,69 %.

Wie viel ist das pro Kopf?

Auf die Wirtschaftsleistung von 2025 gerechnet sind 3,5 % rund 158 Milliarden Euro im Jahr. Das sind knapp 1.900 Euro pro Einwohner oder gut 3.800 Euro pro Haushalt. Das volle 5-%-Ziel entspräche rund 226 Milliarden Euro, etwa 5.500 Euro pro Haushalt.

Welche Länder erreichen 3,5 % schon?

Nach NATO-Schätzung für 2026 fünf: Litauen mit 5,33 %, Estland mit 5,10 %, Lettland mit 4,92 %, Polen mit 4,68 % und Griechenland mit 3,65 %. Dänemark liegt mit 3,49 % knapp darunter, die USA mit 3,17 %.

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