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Warum ist Strom in Deutschland so teuer?

Wegen Gaskraftwerken, die den Preis setzen, hohen Netzentgelten und Jahren teurer Sonderwege. 2026 sinken die Preise erstmals spürbar – der Staat zahlt kräftig mit.

Kaum eine Rechnung ärgert Deutsche verlässlicher. Hier ist, woraus sie besteht, warum sie so hoch wurde und was sich gerade ändert.

Woraus der Strompreis besteht

Von den rund 37 Cent, die Bestandskunden je Kilowattstunde zahlen, ist nur gut ein Drittel der eigentliche Strom. Der Rest: Netzentgelte – im Schnitt 9,3 Cent, die Gebühr für Leitungen und deren Ausbau – sowie Steuern, Abgaben und Umlagen. Wer den Preis verstehen will, muss also drei Baustellen ansehen: Erzeugung, Netz, Staat.

Warum er so hoch wurde

Das Gas setzt den Preis. Im europäischen Strommarkt bestimmt das teuerste gerade laufende Kraftwerk den Preis für alle – die Merit-Order. Das ist oft ein Gaskraftwerk. Solange Gas nach dem Ende der russischen Pipelines ein Mehrfaches des amerikanischen Preises kostet, schlägt das durch.

Die Sonderwege. Deutschland hat sich Entscheidungen geleistet, die Geld kosten: den Ausstieg aus der Kernkraft mitten in der Energiekrise, einen Netzausbau im Eiltempo, jahrelang hohe Umlagen. Man kann jede einzelne verteidigen – bezahlt wurden sie alle über die Stromrechnung. Das ist der hausgemachte Teil, und er ist nicht klein.

Das halbe Europa. Was selten gesagt wird: Ohne den Stromverbund mit den Nachbarn wäre es teurer, nicht billiger. In knappen Stunden fließt Strom aus Frankreich, Skandinavien oder Österreich – der gemeinsame Markt wirkt wie eine Versicherung, die freilich nur so gut ist, wie die Leitungen dick sind.

Was sich 2026 ändert

Der Bund stützt die Netzentgelte mit 6,5 Milliarden Euro im Jahr; sie sind um 1,6 Cent gefallen. Neukundentarife liegen bei rund 24 Cent, zwölf Prozent unter dem Vorjahr. Die Industrie bekommt seit Januar einen subventionierten Preis von etwa fünf Cent und die Stromsteuer auf EU-Mindestniveau. Nur ist das Linderung auf Rezept: Die Entlastung kommt aus dem Bundeshaushalt, nicht aus gelösten Ursachen.

Was die Ursachen lösen würde

Billiger Strom entsteht aus billiger Erzeugung und dickem Verbund: mehr eigene Kapazität, mehr Interkonnektoren, gemeinsamer Gaseinkauf statt 27 Einzelbestellungen, ein Netz, das Sonne aus dem Süden und Wind aus dem Norden dorthin bringt, wo Fabriken stehen. Jeder dieser Hebel ist kontinental – kein Land, auch Deutschland nicht, kann ihn allein ziehen. Die Stromrechnung ist insofern ein monatlicher Erinnerungszettel, was Zersplitterung kostet.

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Häufige Fragen

Was kostet Strom 2026 in Deutschland?

Bestandskunden zahlen im Schnitt rund 37 Cent je Kilowattstunde, Neukundentarife liegen im Juli 2026 bei etwa 24 Cent – rund 12 Prozent unter dem Vorjahr. Der Wechsel lohnt sich also messbar.

Warum sinken die Netzentgelte 2026?

Weil der Bund die Übertragungsnetzbetreiber mit 6,5 Milliarden Euro jährlich bezuschusst. Das drückt die Netzentgelte auf durchschnittlich 9,3 Cent – Entlastung für einen Vier-Personen-Haushalt: grob 60 bis 70 Euro im Jahr.

Was ist der Industriestrompreis?

Ein staatlich subventionierter Tarif von rund fünf Cent je Kilowattstunde für energieintensive Betriebe, seit Januar 2026. Er soll Abwanderung stoppen – bezahlt wird er aus Steuergeld, das gehört zur Wahrheit.

Warum bestimmt Gas den Strompreis?

Im europäischen Marktdesign setzt das jeweils teuerste laufende Kraftwerk den Preis für alle – oft ein Gaskraftwerk. Seit dem Ende des billigen russischen Gases wirkt jeder Gaspreissprung direkt auf die Stromrechnung.

Würde ein EU-Austritt den Strom billiger machen?

Nein. Die großen Kostenblöcke – Gasabhängigkeit, Netzausbau, nationale Abgaben – blieben; weg wären Importe aus Nachbarländern in knappen Stunden. Billiger wird Strom durch mehr Verbund und eigene Erzeugung, nicht durch Alleingang.

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