2025 kamen 58,6 % des in Deutschland erzeugten und ins Netz eingespeisten Stroms aus erneuerbaren Quellen, vor allem aus Wind und Sonne.
Den Rest lieferten vor allem Kohle- und Gaskraftwerke. Kernkraft gibt es seit April 2023 nicht mehr. Und ein Teil des Stroms kommt über die Grenze, aus Dänemark, Frankreich, den Niederlanden oder Norwegen.
Der Strommix 2025
Ins Netz eingespeist wurden 2025 rund 438 Milliarden Kilowattstunden. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts kamen sie aus diesen Quellen:
- Wind: 30,0 %, die wichtigste einzelne Quelle.
- Kohle: 22,1 %, Braun- und Steinkohle zusammen.
- Erdgas: 16,1 %, mehr als je zuvor.
- Sonne: 16,0 %, ebenfalls ein Rekord.
- Biomasse, Wasserkraft und Übriges: der Rest.
Wo von 55 % die Rede ist, steckt meist eine andere Rechnung dahinter. Die AG Energiebilanzen bezieht den Ökostrom auf den gesamten Verbrauch, einschließlich Importen und Eigenverbrauch der Kraftwerke; dann kommen die Erneuerbaren 2025 auf 55,1 %.
2026 wächst der Anteil weiter. Im ersten Halbjahr lag er nach Destatis bei 59,1 % des eingespeisten Stroms, nach Rechnung des Energieverbands BDEW deckten Erneuerbare von Januar bis September 60,7 % des Verbrauchs.
Was installiert ist
Ende 2025 standen in Deutschland Solaranlagen mit 117 Gigawatt Leistung, allein 2025 kamen 16,4 Gigawatt dazu. Windräder an Land brachten es auf 68,1 Gigawatt, auf See auf 9,5. Insgesamt waren nach vorläufigen Zahlen knapp 210 Gigawatt erneuerbare Leistung installiert. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz verlangt bis 2030 mindestens 80 % Ökostrom am Verbrauch.
Kernkraft spielt keine Rolle mehr. Am 15. April 2023 gingen die letzten drei Reaktoren vom Netz; im letzten vollen Jahr 2022 hatten sie noch 6,4 % des eingespeisten Stroms geliefert. Kohle soll nach dem Kohleausstiegsgesetz spätestens Ende 2038 folgen.
Strom über die Grenze
2023 importierte Deutschland erstmals seit 2002 mehr Strom, als es exportierte; so ist es seither geblieben. 2025 flossen nach Destatis 79,6 Milliarden Kilowattstunden herein und 60,2 Milliarden hinaus; der Überschuss von 19,4 Milliarden entsprach gut 4 % der eingespeisten Menge.
Die Bundesnetzagentur weist den gehandelten Strom nach Herkunft aus. 2025 kam der größte Teil aus Dänemark (19,4 Milliarden Kilowattstunden), Frankreich (13,7), den Niederlanden (13,1), Norwegen (8,2), der Schweiz (6,5) und Belgien (6,2). Darin stecken dänischer Windstrom, norwegische und Schweizer Wasserkraft und französischer Atomstrom: In Frankreich kamen 2025 68 % der Erzeugung aus Kernkraft.
Im ersten Halbjahr 2026 waren Ein- und Ausfuhren fast ausgeglichen. Das zeigt, wie der europäische Strommarkt arbeitet: Strom fließt je nach Wetter und Preis in beide Richtungen.
Wo die Leitungen fehlen
Nach dem EU-Ziel soll jedes Land bis 2030 mindestens 15 % seiner Kraftwerksleistung auch über Leitungen aus dem Ausland beziehen können. Deutschland lag 2025 bei 10,2 % und 2026 bei 9,4 %: Die Kraftwerksleistung im Inland wächst schneller als die Kapazität der Grenzleitungen.
Für Haushalte bleibt Strom teuer: Sie zahlten im zweiten Halbjahr 2025 38,69 Cent je Kilowattstunde, im EU-Schnitt 28,96 Cent, jeweils mit Steuern und Abgaben. Was den Preis treibt, beschreibt Warum ist Strom in Deutschland so teuer? Ein Land, das vor allem auf Wind und Sonne setzt, braucht Nachbarn mit Wasserkraft, Speichern und anderem Wetter. Ein Netz, das über die Grenzen hinweg ausgebaut ist, ist dafür die naheliegende Reserve; bauen lässt es sich nur mit den Nachbarn.