Vor allem aus Norwegen: 2025 kamen 44 % der deutschen Gasimporte von dort, 24 % aus den Niederlanden und 21 % aus Belgien.
Aus Russland kommt über Pipelines nichts mehr. Über die vier deutschen LNG-Standorte liefen 10,3 % der Importe, und auch ein Teil des Gases aus den Niederlanden und Belgien ist Flüssiggas, das erst dort wieder gasförmig wird.
Die Bilanz für 2025
Deutschland importierte 2025 nach vorläufigen Zahlen der Bundesnetzagentur 1.031 Terawattstunden Gas. Verbraucht wurden 864 Terawattstunden, 2,2 % mehr als im Vorjahr, aber rund 13,5 % weniger als im Schnitt der Jahre 2018 bis 2021. Drei Fünftel davon gingen in die Industrie, zwei Fünftel an Haushalte und Gewerbe. Aus eigener Förderung stammen nur noch 34 Terawattstunden.
Ein beträchtlicher Teil fließt weiter: 221 Terawattstunden exportierte Deutschland 2025, fast die Hälfte davon nach Österreich, ein Viertel nach Tschechien. Das deutsche Netz ist eine Drehscheibe: Gas, das aus Norwegen und über die Niederlande und Belgien ankommt, versorgt auch Haushalte und Betriebe in Österreich und Tschechien.
Das Ende des russischen Pipelinegases
Anfang 2022 strömten durch Nord Stream 1 rund 1.600 Gigawattstunden Gas pro Tag direkt aus Russland nach Deutschland. Ende Juni drosselte Russland die Menge auf rund 700, nach der Sommerwartung auf rund 350 Gigawattstunden. Am 31. August 2022 stoppte es die Lieferungen ganz. Am 26. September 2022 wurden an Nord Stream 1 und 2 mehrere Lecks entdeckt; Beobachter gehen von Sabotage aus.
Seitdem hat Deutschland seine Versorgung umgebaut. Das meiste Gas kommt heute aus Norwegen und über die westlichen Nachbarn, neu hinzu kamen die Terminals in Wilhelmshaven, Brunsbüttel, Lubmin und Mukran. Eine EU-Verordnung vom 26. Januar 2026 verbietet russisches Gas nun schrittweise, über Pipelines wie als Flüssiggas. Bis 2027 soll die Abhängigkeit beendet sein.
Was es kostet
Beim Gas liegt Deutschland für Haushalte im europäischen Mittel. Im zweiten Halbjahr 2025 kostete die Kilowattstunde laut Eurostat 12,23 Cent einschließlich Steuern, der EU-Schnitt lag bei 12,28 Cent.
Teuer ist in Deutschland der Strom. Warum das so ist und welche Rolle Gaskraftwerke dabei spielen, erklärt Warum ist Strom in Deutschland so teuer?
Wo Europa gemeinsam handelt und wo nicht
Physisch ist der europäische Gasmarkt längst ein gemeinsamer. Ohne die Pipelines aus Norwegen und die Flüssiggashäfen der westlichen Nachbarn käme in Deutschland zu wenig Gas an.
Eingekauft wird dagegen weiterhin überwiegend national. Seit 2023 gibt es die EU-Plattform AggregateEU, auf der Unternehmen ihre Nachfrage bündeln können. In fünf Runden bis März 2025 kamen mehr als 55 Milliarden Kubikmeter Nachfrage zusammen, für über 43 Milliarden fanden sich Anbieter. Die eigentlichen Kaufverträge bleiben aber freiwillig und werden außerhalb der Plattform geschlossen.
Die Lehre aus 2022 ist, dass ein großer Kunde mehr Verhandlungsmacht hat als viele kleine, und dass Leitungen über Grenzen hinweg Versorgung sichern. Europa nutzt beides bisher nur halb. Würde Europa Gas gemeinsam einkaufen und seine Netze gemeinsam planen, wäre es weniger erpressbar und hätte beim Preis mehr in der Hand.